Olaf Rippe / Margret Madejsky / Stefan von Löwensprung / Roland Andre / Dr. Christian Rätsch
Die Mistel - eine Heilpflanze für die Krankheiten unserer Zeit (DVD)
2010 / Foitzick Verlag / 24,95 Euro / Laufzeit: 135 Minuten

Verlagsinfo: 
Auf dieser Video-DVD finden Sie Vorträge von fünf der sechs Autoren des gleichnamigen Buches. Dabei haben die Vorträge durchaus den Anspruch, über die Inhalte des Buches etwas hinauszugehen.
Olaf Rippe konzentriert sich dabei auf den Bereich der Geomantie, Roland Andre beschäftigt sich mit Mistelpräparaten und deren Herstellverfahren, Stefan von Löwensprung konzentriert sich auf die Wirkungen der Mistel in Bezug auf Krebstherapie, Margret Madejsky mit Mistelpräparaten und deren konkreter Anwendung, und Dr. Christian Rätsch zieht die Zuhörer mit seinem fundierten Wissen über die Mystik hinter der Mistel in seinen Bann.


   Über den Autoren bzw. Vortragenden

-
Olaf Rippe (geboren 1960), der Herausgeber des Buches, ist Heilpraktiker und befasste sich in seinem Leben unter anderem mit dem tibetischen Buddhismus, der Hermetik, mit Astrologie, Tarot, Magie, Theosophie und Anthroposophie. Im Buch hat er die naturheilkundlichen Aspekte der Mistel aufgezeigt. 
-
Margret Madejsky (geboren 1966), die Frau von Olaf Rippe, ist seit 1992 ebenfalls Heilpraktikerin und befasst sich insbesondere mit Frauenkräutern. Sie beleuchtete auch im Buch die Mistel als Heilpflanze der Frau. 
-  Biologin
Ruth Mandera (geboren 1953) beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Forschung und Didaktik und ist Autorin zahlreicher Bücher. Im Buch hat sie den Teil über die botanischen Kennzeichen geschrieben. Auf der DVD ist sie nicht vertreten.
- Der Arzt
Stefan von Löwensprung (geboren 1966) hält regelmäßig Seminare ab, zum Beispiel über die anthroposophische Medizin. Im Buch hat er sich mit der Mistel als Hilfsgeist befasst.
-
Roland Andre ist Apotheker und Inhaber der Lindenapotheke in Pfaffenhofen. Er hat für das Buch einen Beitrag über die unterschiedlichen Herstellungsmethoden der Mistelpräparate geschrieben.
- Der Ethobotaniker
Christian Rätsch (geboren 1957) hat sich schließlich für das Buch mit den unterschiedlichen Mythen, die sich um die Mistel ranken, befasst.
 

Über die DVD:

Der Vorträge wurden bei einer Veranstaltung der „Arbeitsgemeinschaft für Traditionelle Abendländische Medizin – Natura naturans“ 2010 in München aufgezeichnet.


Über die einzelnen Vorträge:

„Die Mistel“ – eine Heilpflanze für die Krankheiten unserer Zeit. Das ist der Titel der Vorträge auf der DVD. Und gleichzeitig der Titel eines gemeinsamen Buches von sechs Autoren – namentlich Olaf Rippe (Herausgeber), Christian Rätsch, Ruth Mandera, Margret Madejsky, Stefan von Löwensprung und Roland Andre.


Olaf Rippe, der den Anfang macht, geht zunächst auf die Geomantie ein: Wo wachsen Misteln? Ist es ein gutes oder schlechtes Zeichen, wenn in einem Ort viele Misteln vorhanden sind? Die Mistel benötigt als Halbschmarotzer nicht nur einen Wirtsbaum, auf dem sie wachsen kann, sondern auch ein bestimmtes Energiefeld. Der Ort, an dem die Mistel wächst, ist so geprägt, dass er für die Mistel empfänglich wird, erklärt Rippe. Diese Pflanze sei eine so genannte Zeigerpflanze – das heißt, sie kommt auf Wasseradern vor, bevorzugt Orte mit starker Ausprägung mit dem Element Wasser. Des weiteren wächst sie an den so genannten Toren zur Anderswelt– also zum Beispiel auf Rastplätzen von Hexen. Die Erklärung Rippes für das gehäufte Mistel-Vorkommen an einigen Orten: Sie sucht Orte auf, wo ein Überschuss an Energie herrscht, die sie dann aufnimmt. 
Es gibt unterschiedliche Misteln mit vielen unterschiedlichen Energien: Die Ulmen-, die Linden- oder die Eichenmistel hat ganz andere Qualitäten als die Apfelmistel. Wenn man sich entschließt, mit der Mistel zu arbeiten, sollte man sich daher auch mit der Art der Mistel auseinandersetzen, meint Rippe. 
Misteln wirken ausgleichend und belebend auf den Ort und auch auf die Seele, sie harmonisieren, wirken erwärmend, regen die Lebenskraft an. Das macht die Mistel zur Heilpflanze für Krankheiten der heutigen Zeit. 
Rippe beendet seinen Vortrag mit einem Experiment, der den ausgleichenden Einfluss der Mistel auch für das Publikum erlebbar machen soll. 


Der Arzt Stefan von Löwensprung setzt den Vortrag mit einem Referat über die anthroposophischen Behandlungsmethoden mit Mistel bei Tumorerkrankungen fort. Die Krankheit selbst führt er auf eine Erkrankung des Immunsystems zurück. Mit der Mistel konnte nach zahlreichen Studien zwar keine vollständige Heilung erreicht werden, aber bei den Patienten trat eine deutliche Besserung ein. 
Heute wird die Mistel bei der Begleittherapie eingesetzt: Zur Verbesserung der Nebenwirkungen bei der Tumortherapie sowie zur Reduzierung der Schmerzen. Durch seine Beschäftigung mit der Mistel hat von Löwensprung aber festgestellt, dass Patienten mit Einnahme bestimmter Mistelpräparate noch sehr lange mit dem Tumor schmerzfrei leben können – obwohl keine vollständige Heilung eintritt. 
Optimal wird die Mistel oft schon zur Prophylaxe eingesetzt, wenn Störungen der Wärmeregulierung, des Luft- und Wasserorganismus vorliegen, da sie das Immunsystem stärkt. Die Behandlung erfolgt über Tabletten, wie zum Beispiel mit dem Präparat Iscador.


Der Apotheker Roland Andre referiert über die Herstellung: Er hat vier Firmen miteinander verglichen, die aus der Mistel anthroposophische Arzneien herstellen. Er sei wirklich erstaunt gewesen, wie unterschiedlich diese Verarbeitung sei, betont Andre. So arbeite Apnova mit einem Presssaft, wobei die Zellen aufgebrochen werden. Der Hersteller Helixor verarbeitet vier Ernten, wobei auch die sieben Planetenmetalle mit einverarbeitet werden. Bei Iscador wird die Mistel fermentiert und dann mit einer Hochgeschwindigkeitsmischung weiter verarbeitet. Zusätzlich fügt die Firma den Arzneien auch homöopathische Metallzusätze, wie Kupfer, Malachit und Silberphospat bei. Beim Präparat Iscucin der Firma Wala wird das Erntegut erst einmal getrocknet, danach verwirbelt. Die Urtinkur wird nicht wie in der Homöopathie in hunderter Schritten, sondern in zehner und zwanziger Schritten verarbeitet. 


Margret Madejsky befasst sich in ihrem Vortrag mit der Mistel in der Frauenheilkunde. Der Brauch der Mistel hat mit der alten babylonischen Göttin Melitta zu tun, die von den Eigenschaften her mit der griechischen Göttin Aphrodite verglichen werden kann. Die Mistel war eine Pflanze der Göttin, sagt Madejsky „weil sie anders war als andere Pflanze. Sie war der Rückzugsort der Vegetationsgeister.“ Die Mistel als immergrüne Pflanze überwindet nicht nur die winterlichen Todeskräfte, sondern bildet in der unwirtlichsten Zeit Früchte. In dieser Pflanze wohne ein Fruchtbarkeitsgeist, schließt Madejsky daraus. 
Sie stellt Mistelpräparate vor, die die Fruchtbarkeit steigern sollen. 
In der Mythologie wurde die Mistel für Geburtszauber verwendet. Madejsky erklärt, dass es sehr viele Bilder gibt, wo sie mit abgebildet ist. 
In ihrem Teil des Buches hat sie viele Rezepte für Misteltees abgedruckt, die bei Menstruationsproblemen und gegen gutartige Zysten helfen. Die Mistel sei auch das Präparat für die Wechseljahre schlechthin. Daneben wird sie auch für die Stimulation des Immunsystems gebraucht. Besonders häufig verwendet wird die Apfelmistel. Für die Behandlung gibt es auch neben Tabletten auch subkutane Injektionen. Am verträglichsten gilt die Tannenmistel, zugleich auch Margret Madejskys Lieblingsmistel. 


Im letzten Beitrag des Ethnobotanikers Christian Rätsch geht es schließlich um die Mythologie der Mistel und in einem für ihn wesentlichen Element – die Unterweltsfahrt. Er beschreibt die Rolle der Mistel anhand der Dichtung Aeneas des römischen Dichters Vergil. Aeneas ist ein trojanischer Held, der den Wunsch hat, noch ein einziges Mal mit seinem verstorbenen Vater zu reden. Dazu muss er aber in die Unterwelt. Eine Sybille (Wahrsagerin) rät ihm, in den Wald zu gehen und einen goldenen Zweig von einer Mistel zu brechen, denn die soll ihm als Schlüssel zur Unterwelt dienen. Mit der Sybille geht er dann in die Unterwelt und dringt bis ins Elysion vor. Mit Hilfe des goldenen Zweiges kann er auch dieses Tor öffnen und trifft seinem Vater. Durch ihn erhält er die schließlich die entscheidende Einweihung in die Mysterien. Mit einem Zitat aus dem Erzählungen des Vergil beendet Christian Rätsch sein Referat. 


Fazit:
Ein packender, interessanter Vortrag über eine Pflanze mit scheinbar unzähligen Eigenschaften und Qualitäten. Macht Lust aufs Buch!